Es war irgendwann nach dem Abitur, da hatte ich eine Fahrstunde. Und wie es der Fahrlehrer so wollte, führte die Fahrstunde vor meiner alten Schule entlang. Ein Schullehrer sah mich im Auto und klopfte an die Fensterscheibe: „Hey Gerald, kannste mich mitnehmen?“ Ich war etwas verdattert und druckste herum, da hatte der Schullehrer schon die Tür geöffnet und saß auf der Rückbank. Was ich denn inzwischen so machte, Zivildienst, so so. Erst nach fünf Minuten dämmerte es dem Schullehrer: „Sollte es sich um eine Fahrstunde handeln?“ Auf dem Beifahrersitz saß nämlich der Fahrlehrer. Wenn ich mich recht entsinne, stand auch auf dem Auto „Fahrschule“. Der Schullehrer kannte sich nicht so aus, er hatte selbst keinen Führerschein. Jedenfalls handelte es sich tatsächlich um eine Fahrstunde. Der Schullehrer machte dann Smalltalk mit mir, dann mit dem Fahrlehrer, das Wetter, der Verkehr und überhaupt. Sie verstanden sich prächtig. Dann kam der Schullehrer auf meine Abiturprüfung zu sprechen: „Das war eine eins plus in Philosophie, oder?“ Ich sagte: „Stimmt.“ Und der Fahrlehrer sagte: „Ja ja, rumlabern kanner.“

Kommentar verfassen