Kommentar zur Kürzestgeschichte

Avatar von jakob68

Von Gerald Beyrodt

Ich habe zu diesem Text schon mehrere persönliche Botschaften bekommen, ich müsse nicht hetero werden. Da bin ich aber beruhigt. Aber die Begründung gibt mir zu denken. Es gebe auch viele dumme Heteros. Das war mir durchaus bekannt. Trotzdem frage ich mich, ob den „normalen Menschen“ (wobei ich nicht weiß, ob z. B. heterosexuelle Jüdinnen und Juden als „normal“ durchgehen und wer überhaupt die Norm kontrolliert, ob es da eine Normenkontroll-Schiedsstelle gibt etc. ), also sagen wir besser: nicht-queeren Menschen bekannt ist, was in der queeren Welt so los ist. Weltweit werden jüdische Gruppen von Pride-Veranstaltungen ausgeschlossen, weil man ja ein Zeichen gegen den „Genozid“ setzen müsse. In Deutschland sind mir solche Ausschlüsse nicht bekannt. Vermutlich ein „deutscher Sonderweg“ wegen, Achtung, Achtung, jetzt bitte alle ganz, ganz ernst kucken…wegen „der Geschichte“.

Das war jetzt viel Kommentar zu nur einem Satz – fast wie bei einer historisch-kritischen Goetheausgabe. Wobei ich mich nur bedingt mit Goethe vergleichen möchte. Nicht so gut (wobei das mit dem „Faust“ fand ich trotz der vielen Versuche und der vielen Vorspiele nur mäßig gelungen, aber da kann man geteilter Meinung sein), nicht so klassisch, nicht so ernst – aber so kommentarbedürftig.


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