Nach vielen Jahren Universtitätsabstinenz, man könnte auch sagen „Berufsleben“, sitze ich mal wieder an einer wissenschaftlichen Arbeit. Heute habe ich eine Seitenzahl gesucht.
Von Gerald Beyrodt
Eine Stelle in einem Roman, an der eine Figur eine andere als „kranken Scheißer“ bezeichnet. Die wiederum pariert mit: „Fick dich.“ Es sind Geschwister in dem Roman „kaddish.com“ von Nathan Englander. Und es geht um die Frage, wie man sein Judentum richtig lebt und ob man jeden Tag als trauernder Sohn acht Mal Kaddisch sagen muss oder es spricht, wenn einem danach ist. Der Geschwisterstreit spielt vor lauter orthodoxen Gesetzesbüchern in einem jüdischen Haushalt in Memphis. Sehr lesenswert.
Ewig habe ich nach der Seitenzahl gesucht. Ich konnte die „kranke Scheißer“-Stelle einfach nicht finden. Trotz allen Suchens.
Nach einem Spaziergang habe ich die Stelle plötzlich entdeckt und habe ausgerufen: „Jetzt habe ich den kranken Scheißer.“ Meine Umgebung fand das erst vulgär, aber dann habe ich die Sache mit der Seitenzahl erklärt. Die Sache steht auf Seite 38 „am angegebenen Ort“ in der deutschen Übersetzung. Ich habe eine wunderschöne Fußnote gesetzt. Nicht, dass irgendwer meint, ich hätte nicht richtig zitiert, irgend ein kranker Scheißer.

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