Mit Antisemitismus nichts zu tun

Avatar von jakob68


In diesen Zeiten könnte man auf die Idee kommen, dieses oder jenes habe was mit Antisemitismus zu tun. Bei den Linken, den Gerechtigkeitsempfindenden, den Palästina-Versteherinnen- und Verstehern., den Kirchen.“Aber nicht doch“, sage ich. Eine astreine Rundum-Reinwaschung.

Von Gerald Beyrodt

Es hat alles mit Antisemitismus nichts zu tun. Wie man das überhaupt unterstellen kann. Wo sich Deutschland doch so gewandelt hat, jedenfalls das gute, das linke und das liberale Deutschland. Zudem können Positionen von linken und woken Menschen per se nicht antisemitisch sein, denn linke und gerechtigkeitsempfindende Menschen stehen per se immer auf der Seite der Entrechteten.

Und wenn linke und liberale Menschen befinden, dass Palästinenser entrechtet sind, dann ist das so. Dann wollen sie keinen kleinkrämerischen Widerspruch hören, von wegen Nova-Festival, Geiseln, Vergewaltigungen und angegriffenes Land. Wenn Linke einmal festgestellt haben, wer entrechtet ist, dann darf es da keinen Widerspruch geben. Das ist der antiautoritäre Charakter.

Da darf es auch keine falsche Empathie mit dem Klassenfeind geben. Klassenfeind sagt man irgendwie nicht mehr so gerne, aber die Denke ist geblieben. Keine Empathie mit Israelis, die im eigenen Land heimatlos geworden sind. Mit jüdischen Gemeinden in Deutschland, die damit zu kämpfen haben, dass der Antisemitismus stärker geworden ist. Mit Jüdinnen und Juden, die alle paar Tage lesen müssen, dass irgendwer wieder Waffen besorgt hat, um sie umzubringen. Muss man kein falsches Mitleid haben. Ist ja nichts passiert. Empathie würde nur von den wahren Entrechteten ablenken, und das sind per definitionem die Palästinenser und -innen, Unterstrich, Doppelpunkt, Sternchen, Tilde, Bass- und Violinschlüssel.

Es hat alles mit Antisemitismus nichts zu tun, sondern nur mit Gerechtigkeitsempfinden. Gerechtigkeitsempfinden äußert sich vor allem darin, dass man immer schon vorher weiß, wer unterdrückt wird und wer unterdrückt. Das ist auch beim Weltkirchenrat so. Die Weltkirchen haben entschieden, dass Israel in Gaza ganz was Schlimmes macht und Apartheid sowieso. Dass Israel diesen Krieg nicht begonnen hat, ist so ein lästiges, störendes Detail, von dem man sich nicht ablenken lassen will. Und man lässt sich auch nicht davon ablenken lassen, dass die Kirchen und das Christentum mit antijüdischen Vorurteilen wie Geldgier, Brunnenvergiftung, Kindermord bissel was zu tun haben, aber nur ganz bissel, ist auch lange her und so, Schnee von gestern. Und schon gar nicht lässt man sich davon ablenken, dass der Weltkirchenrat keine solchen Resolutionen gegen Ungarn, China, Sudan und andere verfasst hat. Weltkirchen müssen sich halt konzentrieren, und der Hauptschurke ist nun mal Israel.

Und außerdem ist der Weltkirchenrat ja nicht die deutsche Kirche. Ok. , Heinrich Bedford-Strom vorher EKD-Vorsitzender und bekannt für seine echt volumenshampooverdächtige Silbertolle und das atomkraftwerkartige Dauerstrahlen im Gesicht, stört sich wenig an Entschließungen des Weltkirchenrats , und viele andere in Deutschland stören sich auch nicht daran. Der Mann ist Vorsitzender des Zentralausschusses des Weltkirchenrates, aber das hat nichts zu sagen. Dass die Kirchen in Deutschland irgendwann umkippen, ist nicht denkbar, und wenn doch, auf keinen Fall heute, sondern erst nächste Woche.

Wer ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden hat und die Schuld immer bei Israel und das Gute immer bei den Palästinensern findet, macht sich auf jeden Fall jede Menge Freunde. Viel mehr als bei lästigen Differenzierungen. Mit Antisemitismus hat das alles nichts zu tun.

Und wenn irgendjemand Zweifel hat und denkt, diese oder jene Äußerung könnte doch als antisemitisch „empfunden“ werden, dann gibt es ein ganz tolles Mittel dagegen. Dann findet man ein paar Jüdinnen und Juden (da gibt es welche, die machen das bereitwillig mit), zeigt sich mit ihnen, redet von „meinen jüdischen Freunden“ Doppelpunkt, Unterstrich… und schon ist man von aller Schuld, die man sowieso nicht trägt, reingewaschen. Nein, mit Antisemitismus hat das alles nichts zu tun.


Eine Antwort

  1. info6fab9ce5fe4

    Super!Ute CasperBernhard-Letterhaus-Strasse 2750670 KölnTel. +49 221 97266-77 Mob

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