Sprechen lernen

Avatar von jakob68

Mit dem neuen jüdischen Jahr kamen bei mir plötzlich gute Vorsätze. Ich bin eigentlich gegen gute Vorsätze, weil sie doch nicht wirken. Außerdem kann man sich fragen, ob das Kol Nidre nicht auch gute Vorsätze nichtig macht. Es nützt aber alles nichts. Manchmal fasse ich gute Vorsätze. Da kann ich nichts machen.

Von Gerald Beyrodt

Wie zum Beispiel den Vorsatz, mehr für mein Hebräisch zu tun. Und deshalb habe ich in meinem Handy nach Hebräisch-Sprachlern-Apps geblättert. Besonders gut gefallen hat mir folgender Werbespruch: „Lerne sprechen wie ein echter Jude.“

Manche Sachen sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind. Vor allem fragt es sich, wie denn ein echter Jude spricht. Ukrainisch? Russisch? Nordküsten-Amerikanisch? Schwer zu sagen. Sicher aber ist: Er redet vor allem viel. Jaja, und die echte Jüdin, die in den Werbespruch ein bisschen vergessen wurde, plappert genauso viel.

Um viel zu reden, brauche ich allerdings keine App. Das schaffe ich auch so. Und deshalb habe ich erst mal gar keine App installiert.


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